Und es werde Ordnung! – Teil 1

Wie Google das Internet aus der Anarchie führte

Wir befinden uns im August des Jahres 1998, Andreas von Bechtolsheim, einer der Mitbegründer der Sun Microsystems stellt einen Scheck über einhunderttausend Dollar auf den Namen eines Unternehmens aus, das zu dem Im nächsten Monat wird ein junges Start-Up zweier Informatikdoktoranden der renommierten Stanford University nach einer zweijährigen Pause ihres als „BackRub“ gestarteten Projekts unter neuem Namen zunächst außerhalb der USA kaum zur Kenntnis genommen, einen Auftritt in den Weiten des World Wide Web hinlegen der wie kaum ein anderer Launch einer Internetseite das noch junge Weltnetz verändern sollte.

Das Internet ist zu dieser Zeit noch ein, grob von einigen wenigen Privilegierten definierten und dennoch mehr oder minder eingehaltenen Standards definiertes Informationsnetzwerk, das sich an den Eckpunkten der noch vergleichsweise übersichtlichen Anzahl an Domain Name Servern als dezentrale Register für die am WWW teilnehmenden IP-Adressen über ein bereits früh definiertes Kommunikationsprotokoll organisiert und die Grundlagen einer weltumspannenden Plattform bildet, die, den Kulturen einer Petrischale gleich, eher chaotisch und doch ab der Mitte der 1990er Jahre auch ebenso ungehemmt sich entwickelte.

Die technischen Pionier-Tage sind zwar vergangen, in denen nahezu ausschließlich Wissenschaftler und Studenten die neue Telekommunikations-Infrastruktur nutzten, und doch herrscht in den Weiten des „wilden Internets“ bis auf einige wenige Standards nach wie vor eine große Anzahl von konkurrierenden Standards und Anpassungen derselben an die man sich nur Leger hält, denn „echte“ Regeln, wie die später einmal definierten Webmaster Guidelines waren noch längst nicht erdacht, vielleicht erträumt – und es gab niemanden, der diese Regeln der gemeinsamen Nutzung des sich auch als Konsumentenplattform etablierenden Internets wirklich durchsetzen konnte. Es herrschte eine Anarchie, die schon förmlich danach verlangte, als Potential von Google in eine Form gebracht zu werden, die diesem Chaos widersprechen sollte: Durch einen Zentralen, allen Nutzern des Internets zugänglichen, Registers, eine Suchmaschine.

HTML 4.0, also die vierte Ausgabe – Version – der „Hypertext Markup Language“ wurde gerade erst im vorigen Jahr durch das W3C-Konsortium als künftig gültiger Standard für die Darstellung von HTML-Seiten im WWW beschlossen und präsentiert und trotz der strukturellen Dezentralisierung des Internets und seinem wilden Charme, sowohl in der technischen Umsetzung – Ein Zustand, den das kleine Doktorandenprojekt aus Stanford unter dem Namen „Google“ schon bald ändern würde – als auch in der optischen Darbringung.

Private Webseiten waren bisher kaum mehr als unansehnliche Textdateien gewesen, in die der Autor dank der Auszeichnungssprache HTML die, schon im Namen definierten, Hypertext Markups – oder auch „Links“ genannt, miteinander verbinden konnte, die sich mangels der Interaktivität – entsprechende Technologien wie Flash, AJAX oder H.264 sollten sich erst mit dem Ausbau der Bandbreiten, lange nach dem Eintreffen des Internets in der Mitte der Gesellschaften der Welt, etablieren – häufig tatsächlich als Nachschlagewerke definieren, die fachlichen Bezug hatten, denn die Kommunikation fand weiterhin in den Newsgroups und Mailboxen statt, technisch einfacher, aber bereits seit beinahe zwanzig Jahren von den Pionieren als Standard etablierte und somit für eine Vielzahl der telekommunikationsfähigen Computer und Terminals verfügbaren Form zunächst außerhalb

Man war in Stanford damit nicht der Erfinder eines solchen Webseiten-Indexes, doch gerade der stattfindende Kampf der – vorrangig Amerikanischen – Webdienstleister stand diesem sinnvollen Ziel entgegen. Zwar bildeten diese Unternehmen, als Telefonanbieter sowohl für die Festnetze als auch den in den 80er Jahren in Mode gekommenen Mobilfunk-Dienstleistungen ein Oligopol in diesem Markt der ja gezwungenermaßen über ihre Drähte, Leitungen und Satelliten führen musste, doch bewiesen gerade diese

Dieser Markt würde, wie wir wissen die Google Inc. mit einem possierlichen Roboter, dem Google Android, kaum 15 Jahre später auf seine Weise als Anbieter eines auf einer Vielzahl von Herstellern vermarkteten Geräten betrieben Betriebssystems (OS, Operating System) erobern und damit die Suchmaschine – bis dahin längst zu einem weltumspannenden Unternehmen angewachsen, zum ersten Mal von der Bindung an die Kupferkabel und Glasfaserleitungen der Telekom-Konzerne wortwörtlich in die Hosentaschen ihrer Nutzer bringen sollte.

Doch bis zu diesen Erfolgen würden noch einige Jahre in das Land ziehen, in denen die Telekommunikationsmagnaten, Weltunternehmen wie AT&T, Bell oder Verizon ohne branchenfremde Einflüsse ihre Gewinne aus den kostspieligen – in der jungen gesamtdeutschen Bundesrepublik Deutschland beinahe kaum zu bezahlenden – Verbindungen

Lange jedoch ließ die Konkurrenz jedoch nicht auf sich warten, denn die ersten Portale des Internets – die später als Ära des Web 1.0 in die Geschichte eingehen sollten – begannen, von Unternehmensgruppen auch außerhalb der dem Internet angerechneten Branchen, die das Potential der Webtechnologien dazu zu verwend endeten, Informationen die noch am Anfang des Jahrzehnts von den Nutzern unter kryptischen Adressen – meist auf den Servern der Universitäten der Länder gespeichert (Hosting) – in statischer Form und für Außenstehende kaum zugänglich, in attraktiver Form für den wachsenden Markt der privaten Internetnutzer, auf Webseiten zusammenfassen und einer beständigen Pflege unterziehen sollten. „Tagesaktuell“ war von nun nicht mehr aktuell genug und bedeutete den Schritt weiteren Schritt in Richtung „Neue Medien“, die auf lange Sicht die klassischen Medien in die Bredouille bringen würden – und den Umgang der Bürger, zuerst in der westlichen Welt von Grund auf veränderte.

Lesen Sie bitte am 10.10. den 2ten Teil über „Und es werde Ordnung! – Teil 2

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