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Google Updates der Algorithmen

Unlängst holte Google in einem lange vorbereiten Update seiner Suchalgorithmen zum vermeintlich großen Schlag gegen die Betreiber von Linkfarmen und Keyword-Stuffern aus und bearbeitet die Darstellung der Suche für eine bessere Bedienbarkeit der Suchmaske und der Ergebnisseite: Mit ganzen 52 Änderungen, darunter viele Anpassungen im Detail, wie etwa die im folgenden erwähnten Updates und Bugfixes für die Google-Suche:

Das Update „Raquel“ setzt eine höhere Gewichtung der Sprache in Suchergebnissen durch, die sich für die Betreiber mehrsprachiger Angebote mit landesspezifischen Domains als sehr nützlich erweisen wird, da ein deutscher Google-Nutzer selten etwas mit dem französischen Angebot von Online-Händlern wie etwa Amazon anfangen können, selbst wenn er zum Zeitpunkt der Suche über eine französische IP-Adresse im Internet surft, wie es etwa im Urlaub oder auf Geschäftsreisen der Fall sein kann.

„ImpOrgMap2“ ist der Codename für das Update, das bei international agierenden Organisationen, ähnlich dem „Raquel“-Update, eine höhere Gewichtung auf die Länder-TLDs legt. Durch das Update mit dem Arbeitstitel „Sudoku“ werden zukünftig dann nicht nur mehr TLDs und Kategorien von Webseiten für die regionale Bewertung und dem Erscheinen relevant sein, sondern auch einzelne statische wie dynamische Seiten zu dieser Bereitstellung regionaler und sprachlicher Inhalte für die entsprechende IP-Ranges.

Die Vermeidung von doppelten Inhalten in der Suche besorgt das Update-Paket „Xirtam3“, da Inhalte in der Vergangenheit bei gespiegelten Content für eine Redundanz innerhalb der Suchergebnis-Liste eventuell passender, andersartige Suchergebnisse auf die hinteren Seiten verdrängt haben. Damit die Inhalte einer gewissen Qualität bevorzugt werden und nicht mehr nur allein Pagerank und Aktualität schwerwiegendes Ranking-Kriterium sind, wirkt „NoRot“ auf den Suchalgorithmus ein, ausgenommen davon sind jedoch als News-Portal klassifizierte Seiten, die von den Google-Spidern als solche erkannt werden: Diese Profitieren von den Update-Paketen „Sep“ und „Citron“. Diese erhalten dadurch einen Vorrang nach Aktualität und Pagerank.

Weiterhin weist das neue Google-Update einige Verbesserungen und Änderungen im Bereich der Usability auf. So wird die Instant Preview verkleinert dargestellt und nicht mehr Seiten füllend wie zuvor. Die Option SafeSearch, die es erlaubt, ungewünschte Inhalte, die eventuell nicht angemessen für den Arbeitsplatz (NSFW) sind, oder eben Gewaltdarstellungen und anders geartete Inhalte, wurde ebenfalls überarbeitet, um die Webseiten- und Bildersuche mit besseren Suchergebnissen noch präziser auf den Nutzer-Suchbegriff einzurichten.

Eine Vielzahl von Nutzern begegnen diesen Änderungen am Suchalgorithmus sehr kritisch, da die personalisierte Suche bereits zu unterschiedlichen Ergebnissen auf gleichartigen Plattformen und Systemen bei gleichen Suchbegriffen und Keywords. Auch die Abwertung von Webseiten, die nach dem Ermessen der neuen Richtlinien von Google übermäßige Optimierung auf die Google-Spider aufweisen, führte zu einer regen Diskussion über die Beliebigkeit der Maßnahme, da bisher unklar ist, nach welchen Parametern nun eine Neubewertung vorgenommen wird. Das hat vor allem eine große Unsicherheit im Bereich der Suchmaschinenoptimierer zur Folge, die mit der Änderung frühzeitig auf ihre Portalen und Angeboten reagieren müssen, um nicht zu Riskieren dass die Jahrelang erarbeiteten Erfolge und Ranking-Platzierungen durch dieses Update zunichte gemacht werden.

Auch das Google weiter nicht von dem Ranking-Kriterium der Backlinks absehen will, sorgt für gespaltene Meinung im Lager der SEO und SEM-Unternehmern und Mitarbeitern. Gerade Matt Cutts, ein Google-Entwickler als Personifizierung des Konzerns im öffentlichen und offiziellen Google-Developement-Blog für die meisten Nutzer greifbar wurde, musste harsche Kritik einstecken, stellvertretend für das Unternehmen. So wird Kritisiert, das die Linkspam-Penalties ungerecht angewendet werden und weiterhin eine große Dominanz der Linkfarmen und Pseudo-Results-Generatoren sich auch nach dem Update in den vorderen Rängen der Suchergebnisse finden lassen, wenngleich einzelne Portale wie „dooyoo“ starke Einbrüche in den Resultate zu verzeichnen hatten, sind es doch nur „Tropfen auf den heißen Stein“ für die empörten Administratoren und SEO-Agents, die sich von Google auch durch die Nichtsanktionierung von AdSense-beinhaltenden Seiten besonders generiert.

Es bleibt also ein bitterer Beigeschmack nach dem Update, wenngleich die Verbesserungen im Bereich der Nutzerfreundlichkeit und Präzisierung der Suchmaschinenergebnisse ein kleiner Lichtblick sind, bleiben die professionellen Suchmaschinenoptimierer vorerst auf der Strecke und müssen mit herben Einbußen rechnen, wenn sie nicht am Google-eigenen Marketing AdSense teilnehmen, so das der Eindruck entstehen könnte, Google zielte darauf ab, die Besucher auf die gesponserten Suchergebnisse in den Anzeigen sowie der internen Angebote von Google umlenken will, was einen massiven Eingriff in die schon bisher als kritisch betrachteten Gleichwertigkeit von Suchergebnissen, quasi einer Verletzung der Netz-Neutralität im kleinen und einer Beschäftigungstherapie für SEO- und SEM-Marketer im großen, um diese ihrer Erfolge zu berauben.

Im Resümee bleibt es abzuwarten, wie die SEO-Branche auf diese neuerlichen Veränderungen reagieren wird und ob es gelingt, die derzeit stattfindende Kaffeesatzleserei und Mutmaßung über die neuen Bewertungskriterien der Suchmaschine in handfeste Ergebnisse und Maßnahmen, schlussendlich in Richtlinien für die Optimierung für das Erfassen durch Google-Spider umzusetzen. Im positivsten Fall bedeutet dass das Abdanken der Linkfarmen und Linkgrabber als dominierende search results und eine Umwandlung der Webseitengestaltung zurück auf den Nutzer, nicht mehr nur auf den Suchalgorithmus.