Vom offenen Web zurück in die Sandbox – Teil 3.2

Eine Betrachtung auf die Entwicklung von Google und der SEO-Branche in drei Akten
In Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

…und dem Übergang in die nahe Zukunft…(Zweiter Teil)

Ebenso wie die Hoheit über die gesammelten Daten und Einsicht in die zwar gesammelten, aber nicht dem eigentlichen bewerbenden Anbieter zuzurechnenden Nutzerprofile der Facebook-User, auf die der Content Publisher zwar Zugriff haben sollte aber in durch das eng definierte Framework der Netzwerke schnell in seine Grenzen verwiesen wurde, einem eklatanten Einschnitt gegenüber dem „freien“ Internet außerhalb dieser digitalen Soziotope, der die Rolle des Suchmaschinenmarketings und der in diesem Bereich tätigen SEO-Agents und Profiler vorrangig in eine Vermittler- und Verwalter-Rolle drängte und das weiterbestehen dieses Berufszweiges in Frage stellt, da man durch die Begrenzungen durch die Netzwerkbetreiber statt, wie gewohnt, eigenständig und nur durch die Grenzen der aktuellen Technik eingeschränkt, durch für Suchmaschinen optimierten Content und Präsentationsformen und Frameworks entwickeln zu können nur noch in eng gesteckten Zwischenräumen mit den vorhandenen Mitteln des Online-Marketings arbeiten kann.

– Die gefürchtete Geißel aller Suchmaschinenoptimierer: Die gesammelten Daten bleiben beim Plattformbetreiber ohne Chance auf kommerzielle Verwertung –

Ein wichtiger Grund für die rasche Entwicklung und den Release von Google+ ist in einer einfachen Milchmädchenrechnung zu erklären: Google ist für Facebook wie für die Mitglieder der SEO-Branche als Unternehmens-Externe ohne Partnerstatus klar als feindliche Konkurrenz deklariert, da hier um den selben Markt gekämpft wird. Die Außenstehenden haben also nur begrenzten, kaum kommerziell nutzbaren Zugang zu den von ihnen aufgebrachten Zahlen, insbesondere die fehlende Möglichkeit zur Verknüpfung von Datensätzen mit Besucherprofilen schlägt den – Vollzugriff auf alle Auswertungen gewohnten – SEO-Professionellen schwer auf den Magen, da hier wichtige Waffen auf dem Feld des digitalen Marketings schlichtweg fehlen und so die gezielte Steuerung und Platzierung von eigenem Content bewusst erschwert, wenn nicht gänzlich behindert wird.

– Google erhebt Mimikry zur Taktik: Wenn ich den Gegner Facebook nicht besiegen kann, imitiere ich ihn, der SEO-Markt leidet dennoch –

Denn anfallende Daten – abseits von Fragestellungen über die datenschutzrechtliche Lage zur Erhebung dieser – so detailliert auszuwerten, wie es die eigenen, im freien Web verwendeten Tools erlauben würden um eine kommerzielle Nutzbarmachung dieser, gerade für das kampagnengestützte Suchmaschinenmarketing essentiellen Datensätze zu erlauben liegt den Betreibern der Social Networks freilich fern. Der Weg führt alleine über eine Kooperation mit dem Betreiber, der an diesen Kampagnen durch sein Insiderwissen und die damit in der Reichweite seines Netzwerks befindlichen Werbeflächen besonderen Verdienst einfährt, denn: „Alleine Facebook weiß, was Facebook weiß.“.

– Datenentzug für die Branche des Online-Marketing: Alleine Facebook weiß, was Facebook weiß.“

Das Unternehmen Facebook selbst hatte von vorne herein das beste Interesse daran sein Kapital, die vom Benutzer gesammelten und aggregierten Datensätze, für sich zu behalten und die Nutzungsrechte ebenso wie die Offenlegungspflichten per EULA und AGB zu seinen Gunsten zu gestalten. Die Personalisierung der Werbeanzeigen war schlichtweg die einzige reale Einnahmequelle des vergleichsweise jungen Online-Angebotes und rückte schnell auch in den Fokus der begierlichkeiten der Wirtschaft, die ihren Platz für professionelles Advertising in den neuen Medien noch suchte und die Entwicklung einer Aufspaltung des Marktes und damit der faktischen Auflösung eines Google-geführten Datenmonopols tatkräftig zur Seite zu stehen, so weit, das auch Facebook schlussendlich ein Aktienunternehmen wurde und seine Zulassung an der Börse erhielt und seit 2012 dotiert wird.

– Google gezwungen durch Mächtige Gegner: Facebook wird AG, fordert Google offen heraus –

Die darauf von der Google Inc. ergriffenen Gegenmaßnahmen in Form von Updates und Veränderungen an der Unternehmensstruktur und dem Produkt-Portfolio lässt sich durchaus als ein Vorläufer, einen Prototypen des kommerziellen Cyber-Wars, eines virtuellen Wirtschaftskrieges beschreiben: Der Kampf um die Ressource Mensch und der für die monetäre Vermarktung zwingend zu sammelnden Nutzerprofile, ein Kampf zwischen zwei Schwergewichten im Internet, in dem sich Google von der primären Funktion als Netzindex und Suchmaschine abwenden und zu einem umfassenden, ganzheitlich vernetzt agierenden Datenriesen entwickeln würde und die bereits früh auftretenden Kritiker der Datenschutzpolitik von Google, die seit jeher von Datenschützern ob ihrer Datensammlung zu kommerziellen Zwecken in der Kritik standen, geltendes Recht zu verletzen, in jeder noch so schlimmen Prophezeiung zu bestätigen, der Begriff einer „Datenkrake“ prägte sich in dieser Zeit zusehends, wie einige Urteile in der Europäischen Union und den USA gegen die Intransparenz der Datenschutzklauseln der Google Inc. Bestätigten und den Riesen zumindest in datenschutzrechtlicher Hinsicht zu Lippenbekenntnissen zwang.

– Schmutziger digitaler Wirtschaftskrieg auf Kosten der zuarbeitenden Unternehmen und den Nutzern als eierlegende Wollmilchsau –

Zwischen diesen beiden großen Parteien jedoch steht nicht nur die SEO-Branche vor den bedrohten Märkten, die sowohl Google als auch Facebook unter die jeweilige Kontrolle bringen wollen: Durch die Dominanz der beiden Unternehmen im Bereich der sozialen Medien gibt es auch für die Markt-Teilnehmer, die nicht zum „Big Business“ gehören, nur noch – zumindest um den Anschluss an die frequentierten Knotenpunkte des Internets, die Wahl zwischen Pest und Cholera, denn tatsächlich selbstbestimmtes, effektives Marketing ist mit der geplanten, stellenweise in Ansätzen bereits realisierten Einführung des „sozialen Faktors“, der Bewertung durch die Nutzerbasis via Google Plus‘ „+1“ oder etwa Facebooks bekanntem „Like“-Button, der SERP-Platzierungen und Bewertungen, wie der Vergabe des begehrten Google Page Rank sowie der Seitenpopularität eines Angebotes als auch der laufenden Umstrukturierung des Dienstleistungsangebotes der Google Inc. in eine, dem Facebook ähnelnden, umzäunten digitalen Netzwerk, das sich vom Begriff der Netzfreiheit in ziemlich jeder Form entfremdet und den Markt für die kleineren Teilnehmer am Markt zusehends erschwert, wie wir im folgenden Teil unserer Serie erläutern wollen.

– Die Unternehmen des Suchmaschinenmarketings stehen vor einer handfesten Krise. Wie könnte es weitergehen? –

… Ende?

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