Schlechte Ladezeiten

Pagespeed Teil 2 – Schlechte Performance – weniger Verkäufe

Auch beim Online-Shop zählt Geschwindigkeit. Ist der Shop zu langsam, wirkt sich das negativ auf die Online-Verkäufe aus. Das bestätigt jetzt auch eine neue Statistik aus 2015 – der Dyn Report. Wir schildern nachfolgend, wie wichtig die Erkenntnisse für Shop Betreiber sind und was Webmaster tun können, um ihre Verkaufszahlen zu erhöhen.

Die Ergebnisse der Dyn Studie

Der Dyn Report 2015 zeigt auf, welche Auswirkungen eine mangelhafte Webseiten-Performance auf ein erfolgreiches E-Commerce-Business hat. Für die Studie wurden auf den Seiten von mehreren Online-Shops über 300 IT-Verantwortliche und 1.400 Käufer weltweit befragt:

  • 96 Prozent der Kunden sind bei einem Einkauf mit mobilen Geräten unzufrieden
  • 60 Prozent der befragten Studienteilnehmer gaben an, dass sie ihren Online-Einkauf abbrechen, wenn die Seite zu langsam ist.

Das belegt: Kunden warten nicht lange und eine schlechte Performance reduziert die Zahl der getätigten Käufe.

Die Zahlen belegen auch, dass der Online-Handel für Geschäfte ein großes Potenzial birgt und die Zahl der Online-Käufe in den nächsten Jahren noch weiter steigen wird. Trotzdem kauft immer noch die Mehrheit der Konsumenten in einem Ladengeschäft. 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie noch immer rund Dreiviertel ihrer Käufe in lokalen Geschäften tätigen. Daher ist es umso wichtiger, dass sich Shop-Betreiber Gedanken machen, wie sie Kunden zu einem Online-Einkauf überreden können und genau analysieren, was potenzielle Kunden derzeit von einem Kauf über ihr Online-Portal abhält.

Ein Großteil der in der Studie befragten Shops waren sich übrigens ihres Problems bewusst, denn 95 Prozent der Online-Händler gaben an, dass sie rund ein Viertel ihrer Verkäufe aufgrund einer zu lahmen Webseite verlieren. Somit gehört ein langsamer Page Speed zu den Hauptproblemen, warum sich ein Online-Shop nicht richtig entfalten kann. Eine lange Ladezeit der Webseite ist zudem nicht nur für das Nutzungserlebnis der Konsumenten schlecht, sondern wird auch noch gleichzeitig von Google im Ranking der Suchmaschinen abgestraft.

Vertrauensverlust des Unternehmens durch schlechte Performance der Webseite

Eine schlechte Performance ist beileibe kein kurzfristiges Problem, indem der Shop nur einzelne Verkäufe verliert. Denn sie schmälert auch noch das Vertrauen der Kundschaft in das Unternehmen. Von den befragten Kunden gaben 86 Prozent an, dass sie aufgrund einer langsamen Webseite auch ein negatives Bild vom Online-Shop erhalten. Und ist ein Kunde einmal enttäuscht, gibt er dem Unternehmen nur in den seltensten Fällen eine zweite Chance.

Außerdem zeigt die Studie, dass es auch einen Unterschied gibt, wie der Kunde einkauft – ob über den PC oder über ein mobiles Endgerät. Die meisten Händler schätzen zudem die mobilen Kunden-Erfahrungen ihres Shops besser ein, als dies die Kunden in der Praxis tun. Ein Viertel der Betreiber von Online-Shops sind der Auffassung, dass sie ihren Kunden über den mobilen Kanal ein ultimatives Shopping-Erlebnis bieten. Aber keine vier Prozent der Kunden sind auch gleicher Meinung. Denn – wie oben bereits beschrieben – sind mehr als 96 Prozent der Kunden tatsächlich unzufrieden.

Eine weitere Diskrepanz zwischen den Shopbetreibern und den Kunden: Die meisten Shop-Eigentümer denken, dass Kunden durch ihr eigenes Sicherheitsdenken von einem mobilen Einkauf abgehalten werden – doch es hat sich herausgestellt, dass den meisten Konsumenten der mobile Online-Kaufprozess schlichtweg zu kompliziert ist. Eine wichtige Rolle nimmt hierbei auch eine einfache und selbsterklärende Navigation durch den Shoppingprozess ein. Eine zusätzliche wichtige Grundlage für eine gute Conversions-Rate ist auch eine optimierte Suche nach dem Shop.

Auswirkungen einer schlechten Leistung auf die Verkäufe

Die Seitengeschwindigkeit hat somit einen großen Einfluss auf das Shopping Erlebnis und ist verantwortlich für den Erfolg eines jeden Shops. Google begann bereits vor einigen Jahren, das Kriterium der Seiten-Performance mit in seinem Algorithmus aufzunehmen. Nur eine halbe Sekunde Verzögerung in der Ladegeschwindigkeit kann einen Rückgang in der Conversions-Rate um zwanzig Prozent bewirken.

Während Google schnell dabei ist, seinen Suchalgorithmus anzupassen, benötigen Unternehmen hierfür unverständlicherweise recht lange. Dabei ist das Online-Geschäft ein hart umkämpfter Markt. Das Consulting Unternehmen Forester bestätigte ebenfalls in einer Studie, dass eine leistungsfähige Webseite den Umsatz steigert.

  • 88 Prozent der Internet-Nutzer bevorzugen Online-Shops, die eine benutzerfreundliche und leistungsfähige Webseite zur Verfügung stellen.
  • 50 Prozent der Konsumenten suchen Webseiten, die innerhalb von drei Sekunden geladen sind.
  • 79 Prozent der Kunden, die unzufrieden mit einer Webseite sind, suchen diese nicht erneut auf (ausgenommen sind Amazon und Google).
  • 46 Prozent der Kunden behalten eine bleibende negative Meinung vom Unternehmen.
  • Und 44 Prozent hiervon teilen diese negative Meinung offen mit dem Rest der Welt.

Doch ein Online-Shop steht und fällt mit der Entwicklung eines positiven Eindrucks der Kunden.

Auswirkungen der Performance auf die Einnahmen und Betriebskosten

Investitionen in eine Optimierung der Webseite hinsichtlich ihrer Performance werden zwangsweise auch steigende Umsatzzahlen mit sich bringen. Gleichzeitig sinken aber auch die Betriebskosten und die notwendigen Investitionen in leistungsfähigere Hardware fallen.

Der E-Commerce-Riese Shopzilla verzeichnete beispielsweise ein Schrumpfen der Kosten um die Hälfte durch ein Senken der Ladezeit von ursprünglich sieben Sekunden auf zwei Sekunden. Die Verbesserung der Performance konnte mit den gleichen Hardware Ressourcen durchgeführt werden. Durch die bessere Reaktionsfähigkeit der Webseite erhöhte sich zudem der Umsatz um zwölf Prozent.

Durch die Verbesserung der Webseite wurde gleichzeitig ein besserer AdWords Qualitätsfaktor erreicht und die Kosten pro Klick konnten reduziert werden. Online-Shops mit einer guten Seitengeschwindigkeit und einem hohen Qualitätsfaktor können mit ihrem Werbebudget deutlich effizienter und effektiver umgehen. Die Suchmaschine Bing führte ebenfalls eine unabhängige Studie durch. Das Ergebnis: Eine Verzögerung von zwei Sekunden bei der zur Verfügungstellung von Suchergebnissen brachte eine Umsatzeinbuße von 4,3 Prozent – pro Nutzer!

Eine optimale Webseite erfüllt somit folgende Kriterien:

  • Sie ist einfach zu verstehen, zu navigieren und zu bedienen
  • Sie liefert direkt alle relevanten Informationen
  • Sie ist zugänglich für alle Betriebssysteme, Browser, geografische Standorte und Endgeräte
  • Sie liefert glaubwürdige und hochwertige Informationen über die Dienstleistungen und Produkte mit nur wenigen Klicks

Die Erfüllung aller oben genannten Punkte ist entscheidend für die Optimierung hinsichtlich der Usability, der Performance und der Kundenbindung. Das alles sind Kriterien, die für den Erfolg eines Online-Geschäfts maßgeblich verantwortlich sind.

[Gesamt:3    Durchschnitt: 2.7/5]
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3 Antworten
  1. Daniel
    Daniel says:

    Danke, tolle Artikel. Da werde ich meine Seiten gleich nochmal testen und bei Bedarf verbessern. Mich nervt es ja selber wenn ich auf Seiten soll die extrem lange laden.
    Vg, Daniel

    Antworten
  2. Martin
    Martin says:

    HI, danke für die Beiträge über die Pagespeed. Ich habe dies auch umgesetzt und mache bei wirklich wichtigen Dingen nun sogar reine HMTL Seiten, da diese einfach am besten und schnellsten zu öffnen sind. Diese performen auch bei Google, meiner Ansicht nach immer noch am besten. LG Martin

    Antworten
  3. Steven
    Steven says:

    Dieser Bericht spricht mir aus dem Herzen. Lange Ladezeiten von Bildern beim Shoppen signalisiert dem Käufer schon eine gewisse Unseriösität, da es irgendwie Amateur-like rüberkommt.

    Antworten

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