Neues Handbuch für Googles Qualitätsprüfer geleakt

Eine neue Ausgabe der „Page Quality Rating Guidelines“ ist im Netz aufgetaucht

Neben der algorithmischen Bewertung von Webseiten setzte die Suchmaschine Google bereits in der Vergangenheit menschliche Qualitätsprüfer, die sogenannten „Google Quality Rater“ ein, die den Rating-Prozess mithilfe eines umfangreichen Regelwerks aktiv unterstützten. Das die Institution einer Abteilung für menschliche Qualitätssicherung von Suchergebnissen permanenten Charakter hat, verrieten diverse Google-Offizielle bereits des öfteren manchmal mehr manches mal weniger direkt durch Blume. Mit dem Auftauchen einer aktuellen Ausgabe der „Page Quality Rating Guidelines“ können Interessierte sich nun in einem 161 Seiten starken, geleakten PDF über die Rating-Kriterien der menschlichen Unterstützer informieren.

Tatsächlich handfeste Rückschlüsse auf konkrete Zahlen und Methoden liefert die neue Guideline jedoch ebenso wenig wie die alte. Genau so wenig liefert das Dokument Aufschlüsse über Funktionsweisen von Algorithmen oder tiefergehende Einblicke in die Abhängigkeitsstrukturen der Bewertung durch Quality Rater. Es bleibt zu vermuten, das die im Dokument eingebetteten Links auf google-interne Netzwerkressourcen zu solchen Informationen führen, auf die von außen verständlicherweise kein Zugriff möglich ist.

Dennoch liefert das Schriftstück im ganzen eine gute Übersicht, wie es um die Intention bei der Bewertung von Teilbereichen steht, die sich aus dem im Dokument hinterlegten Formular ergibt. Einen Teil der Informationen möchten wir ihnen paraphrasiert in diesem Artikel vermitteln,

Was wirkt sich also Positiv auf das Ranking meiner Webseite aus?

– Webseiten über fachliche Themen sollten für eine positive Bewertung von fachlich qualifizierten Betreibern, sei es durch Beruf oder Studium, betrieben werden. So sollte eine Webseite über Krankheiten und Krankheitsbilder nur von Personen oder Organisationen betrieben werden, die wie etwa Ärzte oder Krankenhäuser, über das notwendige Hintergrundwissen verfügen. Die Texte sollten eine hohe Qualität und fachliche Aufbereitung aufweisen und stets aktuell sein.

– Webseiten, die ein etwa ein Hobby behandeln gibt es viele. Am hochwertigsten sind Seiten über Hobbys, die viel Zeit in Anspruch nehmen und entsprechenden Einsatz erfordern. Der Inhalt sollte aus dem Kontext her vermitteln, das über ein profundes Maß an Wissen und Talent verfügt wird. Diese Richtlinie erweitert sich quasi im Wortlaut gleich auch auf die Bewertung von Videos.

– Profile in sozialen Netzwerken erfüllen die Qualitätsrichtlinien, wenn sie folgende Kriterien erfüllen: Sie unterliege einer regelmäßigen Inhaltspflege; Verfügen über viele soziale Verknüpfungen; Enthalten viele Kommentare. Es wird Wert auf beiderseitige Kommunikation gelegt.

Was fällt hingegen negativ zur Last?
(Im Dokument sind Negative Fallbeispiele als Screenshots hinterlegt)

– Mangelhafte Inhaltsdarbietung
– Eine hohe Anzahl von grammatikalischen und Rechtschreibfehlern
– Falschinformationen im Content
– Aufgeblähte Inhalte mit wenig Substanz
– Fehlende Hinweise zum Autor; Bewertung von Expertise und Erfahrung nicht möglich
– Einbettung automatisch generierter Inhalte, etwa derer durch RSS-Feeds

Fazit nach eingehender Begutachtung

Es bleibt im Grunde alles wie es ist. Im Einzelne wurden die Richtlinien für die Google Quality Rater stellenweise detaillierter ausgearbeitet, offensichtlich um damit in der Vergangenheit aufgetretene Diskrepanzen bereits im Vorfeld zu vermeiden. Das erklärt auch die höhere Anzahl an Seiten des Dokuments.

Schwerpunkt das Google Ranking durch den Menschlichen Prüfer ist und bleibt das Kriterium der Qualität des Web Content in Darstellung, Inhalt und korrekter Rechtschreibung. Auf eine schwerpunktmäßige Forcierung dieser Punkte wird verstärkt hingearbeitet, wenn man die Entwicklung über die Zeit verfolgt.Ein Novum neueren Datums scheint aber die Betonung des Talents, der Erfahrung oder der beruflichen oder akademischen Qualifikation, da sich aus dem Inhalt ableiten lässt, das bei der Bewertung nur hochwertige Inhalte aus der Feder von fachlich qualifizierten Autoren einen Nutzwert für den Suchenden bietet.

Erst beim Zusammenkommen der Gesamtheit dieser Faktoren können theoretisch höchste Rankings erreicht werden. Dies bezieht sich auch auf Organisationen und jede Form von abstrakten Personen die, wie Projekten, NGOs, Interessengemeinschaften, Gewerkschaften oder ähnlichen Formen juristischer Personen. Jedoch ist nicht vollkommen ersichtlich, ob der Schwerpunkt nun auf der sachlichen Richtigkeit des Contents liegt oder eine positive Bewertung nur mittels einer angegebenen Qualifikation möglich ist. In jedem Fall jedoch hilft eine solche Qualifikation nicht dabei, schlechte Inhalte positiv zu beeinflussen.

Die Kampfansage an minderwertigen Content im WWW gilt also auch für Personen vom Fach wie auch für Organisationen, die keinen Persilschein erhalten und alleine aus grundsätzlicher Relevanz bevorzugt beim erteilen von positiven Bewertungen behandelt werden. Das sorgt für einen Anpassungsdruck von Betreibern von Webseiten, vor allem kommerzieller Natur, die bisher keine Abwertung für niedrige Substanz und schlechtes Design erhalten haben, was sich für die Auftragslage der SEO-Professionals deutlich auswirken dürfte, sofern der Algorithmus mit ähnlichen Maßstäben arbeitet.

Die Neuauflage der Page Quality Rating Guidelines für das Jahr 2012 ist also nichts neues, was nach den massiven Änderungen durch das Penguin-Update eine willkommene Konstante darstellt und das eine Radikalisierung der Bewertungskriterien nicht abzeichnet, wie zunächst von pessimistischen Zeitgenossen vermutet. Im Groben und ganzen vermittelt das Dokument die Arbeitsweise der Google Quality Rater, die behandelten Inhalte sollten jedoch bereits bekannt und verinnerlicht sein.

Gutes Ranking in den SERPs ergibt sich außerhalb der technischen Erfassungskriterien nach wie vor aus sauberem, sach- und fachlich relevanten Content mit regelmäßiger Inhaltspflege mit einer talentierten und/oder qualifizierten Person als Autor. In dieser Runde bleibt die Suchmaschine ihrer Linie treu.

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