Lange erwartet: SEO als Studienfach

Seit dem 1. September bildet die „afs“ Akademie angehende SEO-Spezialisten aus

Noch kein echtes Studium: Mit einem ersten Weiterbildungslehrgang zeichnet sich eine weitere Professionalisierung der deutschen SEO-Branche ab. Die Akademie für Fortbildung in SEO (Kurz: „afs“) hat mit dem erfolgreichen Start zum 1. September begonnen, für die zukünftige Entwicklung der Branche mit einer fachbezogenen Ausbildung Akzente zu setzen.

Ansätze für eine solche Entwicklung zeigten bereits einige konventionelle Studiengänge, deren Lehrplan schwerpunktmäßig die Suchmaschinenoptimierung beinhalteten, wie etwa die Fakultät für Informatik der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt mit ihrem Seminar „Besucherquelle Google“. Ebenso tragen Lehrberufe wie der FIAE (Fachinformatiker Anwendungsentwicklung) sowie die Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation der Entwicklung unweigerlich folge und behandeln in Teilbereichen inhaltliche Aspekte des Thema SEO.

SEO ist längst Teil von IT-bezogenen Studienfächern und branchenverwandter Lehrberufe

Die „afs“ führt diese Ansätze weiter, zunächst mit dem Lehrgang der zum „Abschluss Fortbildung in Suchmaschinenoptimierung“ führt. Diese Fortbildung ist auf 6 Monate angesetzt und ist das als Fernstudium per e-Learning angelegt ist, welches von kurzen Präsenzphasen in Berlin ergänzt wird und über die Dauer der Fortbildung von insgesamt 22 aus der deutschen SEO-Branche stammenden Referenten unterstützt wird. Die Zertifizierung des Lehrgangs an der „afs“ erfolgt durch die staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU), somit ist die Seriosität des Angebots wahrscheinlich gewährleistet.

Der Lehrplan für die angehenden Suchmaschinenoptimierer umfasst eine Gliederung in sechs, thematisch in sich geschlossene Module: SEO-Basics, Optimierung On- und Offpage-, SEO-Tools, Keywords und Marketing & Recht. Die Liste der an dieser Weiterbildung beteiligten Praxisvertreter ließt sich dabei wie das „Who-is-Who“ der Deutschen SEO-Szene, die man in dieser Konstellation wohl eher nicht erwartet hätte, was für die Lehrstätte und ihren Lehrplan spricht. Die Gesamtkosten für die Fortbildung werden mit 4.900€ inklusive aller Lehrmaterialien veranschlagt, so Gerald Steffens, dem Leiter der Akademie, der mit seinem „SOS SEO Blog“ selbst nicht unbekannt in der Szene ist und eine gewisse fachliche Reputation besitzt.

„afs“-Weiterbildung: Mitarbeiter von Unternehmen und Agenturen lernen SEO

Zielgruppe für die „Fortbildung in Suchmaschinenoptimierung“ sind vor allem Unternehmen, die keine eigenen Kapazitäten im Bereich SEO besitzen und diese Fähigkeiten bisher zukaufen mussten . Durch den erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs erhielten die Unternehmen und Agenturen fachlich gut ausgebildete Mitarbeiter, so die Akademieleitung, die zudem durch die enge Zusammenarbeit mit den Referenten und ihrer Mitstudenten diesen Lehrgang sehr gut vernetzt absolvieren.

Platz für Zukunftsträume lässt dieser erste Lehrgang zur SEO-Zertifizierung bei entsprechender Akzeptanz durch die Branche durchaus. So haben bereits andere Berufsfelder längst den Schritt hin zu einer Festlegung und Normierung von Ausbildungen und Inhalten vollzogen, manche Bereiche sind als anerkannte Studienabschlüsse sogar im Master-Bachelor-System zu erwerben. Eine solche Entwicklung würde der deutschen SEO-Branche sehr gut stehen, da im Rahmen von Studienfächern und einer Definition der SEO-Wissenschaften ein akademischer Wind zwangsläufig Einzug halten wird.

SEO als Wissenschaft: Ein erster Schritt hin zu einem eigenen Masterstudium?

In einem Berufsfeld welches aufgrund der Formlosigkeit nach wie vor von Quereinsteigern und Autodidakten dominiert wird, könnte die Einrichtung eines Masterstudienganges den Markt nachhaltig professionalisieren. So bestünden endlich Möglichkeiten, SEO-Professionals anhand ihrer Qualifikation und nicht mehr nur nach der Reputation, die sie branchenintern genießen.

Somit würden erstmalig messbare Qualitätsstandards in der Branche hinsichtlich Wissen und Fertigkeiten Einzug finden und die Arbeit von schlechten Suchmaschinenoptimierern oder gar schwarzen Schafen in der Branche erschwert werden, bevor sie schaden anrichten können, da sie mangels Qualifikation bei Angebotsanfragen nicht mehr berücksichtigt werden.

Aus dem Buschfunk, der zu diesem Thema in der SEO-Branche und ihrer Blogosphäre dringt, lässt sich ein gemischtes Meinungsbild entnehmen, das sich nicht eindeutig in Befürworter und Ablehnende eingrenzen lässt. Allgemein geht man sehr reflektiert mit dieser Entwicklung um, jedoch fürchten etablierte SEO-Professionals neben einem de-facto Zwang zum Studium zusätzlich eine Formalisierung der Branche und den Verlust kreativer Leidenschaft durch das verstärkte Auftreten einer „Sakko“-Mentalität von leidenschaftslosen Technikern, die ihre Tätigkeit vorrangig als Beruf wahrnehmen.

SEO-Buschfunk: Etablierte Professionals fürchten Veränderung und Konkurrenz

In Anbetracht dessen, das die etablierte SEO-Branche in Deutschland nach wie vor aus Quereinsteigern rekrutiert, ist diese Befürchtung menschlich durchaus nachvollziehbar, da sie sich erst vor einem halben Jahrzehnt, im Zuge der zunehmenden Bedeutung von Suchmaschinenoptimierung in Deutschland auf kommerzieller Ebene aus einem überschaubaren Kreis SEO-affiner Nerds rekrutiert hat, die in dieser unstrukturierten Branche die Veränderung, selbst unausweichlich Alternd, fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Es ist also quasi ein gelebter und angewandter Konservatismus, den sich so mancher eingestehen sollte.

Für den Kunden, der auf die Dienstleistungen der SEO-Professionals angewiesen ist jedoch, kann das Vorantreiben der einer beruflichen Einzäunung und Definition von Ausbildungsfeldern nur von Vorteil sein, da hier nachvollziehbare Qualifikationssysteme die Folge wären, die Transparenz bei der Wahl der Dienstleister erlauben und so manchen Griff in den Abort verhindern könnten.

Vorteile auf ganzer Linie: Seriöses Branchenbild, Einheitliche Standards, Transparenz für Kunden

Ebenso wird sich das Nachrücken des Nachwuchses in Form von „Young Professionals“, ob vorerst mit oder ohne Studienabschluss, für die Qualität und Seriosität der Branche positiv auswirken. Diese „Techniker“ bringen erfahrungsgemäß einen höheren Grad der Professionalisierung ihrem Beruf gegenüber auf, da sie ihn als solches begreifen. Diese Eigenschaft ist nur schwerlich durch Leidenschaft und Begeisterung aufzuwiegen. SEO bedeutet dynamisches Lernen und ein Berufsfeld, dessen Parameter sich regelmäßig ändern. Wer diesen Umständen als

Fazit zum Schluss

Egal worum es geht, die SEO-Branche isst vieles oft heißer, als sie sollte: Noch ist nichts spruchreif und das Ergebnis des Erfolgs des ersten Jahrgang derer die an der „afs“ die „Fortbildung in Suchmaschinenoptimierung“ absolvieren bleibt abzuwarten. In einem halben Jahr wird ersichtlich werden, ob sich das Weiterbildungskonzept der „Akademie für Fortbildung in SEO“ bewährt hat und sich branchenweit etablieren, gegebenenfalls sogar Erweitern kann. Bis dahin bleibt nur, sich von Lobpreisungen und Unkenrufen der jeweiligen Parteien nicht zu sehr einnehmen zu lassen und die Entwicklung der Branche und der offensichtlich angestrebten und gewünschten Modelle zur Qualifizierung für SEO-Professionals abzuwarten.

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