Erste Auswirkungen der neuen Domain-Endungen auf die Suchergebnisse

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Ab Anfang 2014 wurden die neuen Domainendungen freigegeben. Neben dem althergebrachten de, com oder net, können sie jetzt auch auf shop, guru oder sogar Städtenamen „enden“. Wie machen sich die neuen Endungen auf die Suchergebnisse bemerkbar?

Neue Webseiten-Betreiber profitieren von großer Auswahl

Wer jetzt nach einem neuen Namen für seine Webseite sucht, hat es nicht leicht. Denn durch die Fülle der neuen Endungen, den sogenannten Top Level Domains (TLD), werden wieder viele kurze und leicht zu merkende Namen frei.

Hintergrund der Änderung der für Domainendungen zuständigen Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), ist eine Förderung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Kritiker werfen der ICANN jedoch vor, dass es hier ausschließlich um eine weitere Einnahmequelle geht. Schließlich bringt jede neue Domain Geld in die Kassen.

Neugründer profitieren jedoch von der neuen Auswahl. So können sie jetzt ihre Webseite mit der Endung des Firmensitzes benennen, wie beispielsweise berlin. Dies erleichtert dem Kunden die Suche und ist gleichzeitig einfach zu merken.

Zunächst freigegeben wurden über 1.000 Endungen, die Anzahl steigt jedoch ständig. Neben der Erweiterung der Namenswahl werden die Webseitenbetreiber gleichzeitig vor neuen Herausforderungen gestellt, da sich auch das Onlinemarketing ändern wird. Die Frage lautet also: Inwieweit wirken sich diese neuen Endungen jetzt auch auf das Thema Suchmaschinenoptimierung oder kurz SEO (search engine optimization) aus?

Google bestreitet Einfluss aufs Ranking

Dazu gab es in letzter Zeit viele Diskussionen unter den SEO-Experten. Angeheizt wurde die Gerüchteküche aber davon, dass Google selber über Hundert neue Top-Domains bei ICANN beworben hat. Wenden sich die neuen Endungen wie shop, berlin, köln, music, play, search usw. nun auch auf das Thema SEO aus?

Kann man Google selber glauben, haben die neuen Domain-Endungen keinerlei Auswirkungen auf das Thema SEO. Ein Online-Shop mit der Endung Shop wird nicht automatisch deshalb besser gerankt, nur weil er die neue Endung besitzt. Auch wenn Google dieses Verhalten noch Ende des letzten Jahres auf einer Konferenz zum Thema der neuen TLDs bestätigte, muss dies nicht automatisch auch auf längere Frist gelten. Denn kaum eine Branche ist so kurzlebig und dermaßen stark Veränderungen unterworfen wie die Suchmaschinen-Optimierung.

Letztendlich ist Google stets bemüht, mit seinem Suchalgorithmus die besten Ergebnisse für den Suchenden zu liefern und somit im Kontext die höchste Relevanz zum Suchbegriff aufzuweisen. Bisher fließen über 200 Kriterien in den Google-Algorithmus mit ein und vermutlich ist eine Top-Domain auch schon jetzt eines dieser Kriterien. Warum sollte also Google plötzlich die Domain nicht mehr bewerten, wo sie doch bereits immer schon das Suchmaschinen-Ranking beeinflusste?

Ranking-Faktoren einer Domain

Bekannt ist, dass Google bereits jetzt

  • das Keyword im Domainnamen
  • das Alter der Domain
  • die Server-Verfügbarkeit

und noch vieles mehr bewertet. Diese Faktoren sollten unbedingt bei der Neuwahl einer Domain bedacht werden. Daher ist davon auszugehen, dass sobald zuverlässige Relevanz Signale vorliegen, diese auch in den Suchalgorithmus miteinfließen werden. Dies könnte recht schnell bei geografischen Endungen wie köln oder berlin passieren. Interessant ist dies insbesondere, da für eine Registrierung einer sogenannten Geo-Domain auch nachgewiesen werden muss, dass entweder der Sitz des Unternehmens oder der Wohnsitz in besagter Stadt liegt. Dadurch können zuverlässig Fake- oder Phishingseiten verhindert werden.

Vermutlich werden ebenso die brandet-TLD´s, wie beispielsweise apple, nike oder rolex, ganz schnell oben ranken. Auch hierfür gilt wieder, dass die Webseitenbetreiber nachweisen müssen, dass sie das Unternehmen selber sind.

Für wen lohnt der Wechsel?

Die Kosten für die Registrierung einer Top-Domain liegen zwischen 20 und 90 Euro. Interessant ist ein Wechsel überwiegend für Unternehmen, die bisher sehr komplizierte oder lange und dadurch nicht leicht einzuprägende Domains besaßen. Durch die größere Auswahlmöglichkeit können Domains zukünftig also kürzer und griffiger werden.

International aufgestellte Unternehmen dürften mit den neuen Endungen auf eine größere Kundenakzeptanz hoffen. Für Ärzte, Behörden und regionale Vereine lohnt sich der Umstieg auf eine regionale Endung ebenso, wie für kleinere und mittelständische Betriebe. Dadurch erkennen Kunden auf einem Blick, in welcher geografischen Region sich das gesuchte Unternehmen befindet.

Die Vor- und Nachteile der neuen Top-Domains auf einem Blick

Vorteile

  • Schlussfolgerung auf Webseiten-Inhalt – Aufgrund der Endung wie beispielsweise shop, weiß der Verbraucher sofort, dass es sich hierbei um einen Händler handelt
  • Ausrichtung auf Städte – Auch Städte können ihre eigene Endung beantragen und somit ist eine sehr gute lokale Ausrichtung möglich
  • Domainkürze – Da die Auswahl an freien Domains nun deutlich gestiegen ist, können wieder kürzere Domains bestellt werden

Nachteile

  • Preis – Wer sich künftig alle Endungen mit seiner Domain kaufen will, muss dafür tief in die Tasche greifen
  • Abstrafung – Mit eine Abstrafung muss derjenige rechnen, wer seine bisher gut positionierte Webseite gegen eine der neuen Endungen wechselt
  • Missbrauchsmöglichkeit – Bereits jetzt häufen sich die Versuche von Betrügern, mit nur leicht abgeänderten Domains Leute über den Tisch zu ziehen. Mit den vielen neuen Endungen wird dieses Vorgehen noch deutlich erleichtert
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