Social Media Trends – Bunt mit dominantem Blau

Social Media in blau?Wer Social Media Marketing betreiben möchte, gehört auf Facebook. Punkt. Wirklich? Auch beim Blick auf die globale Social Media Landschaft spricht einiges dafür, dass die These nicht völlig falsch ist. Facebooks globales Wachstum ist ungebrochen, was etwa jüngst von Facebook vorgelegte Zahlen beweisen. Und dennoch wird die Auswahl der geeigneten Plattformen nicht einfacher, denn in einigen Ländern widersetzen sich Netzwerke der Facebook-Dominanz und in Nischen wächst zugleich die Bedeutung neuerer Netzwerke wie Pinterest.

Und so könnte es künftig bedeutender werden, sich bei der Auswahl passender Netzwerke für Social Media Marketing genau anzusehen, welche Menschen mit welchen demografischen Eigenschaften (z.B. Alter) und Vorlieben welche Social Media Plattform nutzen. Und schließlich wären da ja auch noch der Trend „Mobile“ sowie die Frage, wie wichtig „Interaktion“ wirklich ist, die künftige globale Social Media Entwicklungen mitbestimmen könnten. Aber der Reihe nach.

Facebook rules!

Man neigt nicht zu Übertreibungen, wenn man das behauptet. Wer Massen von Menschen mit Social Media Marketing ansprechen möchte, denkt in den meisten Ländern dieser Welt sehr schnell an Facebook. Wirft man etwa einen Blick auf die Social Media Weltkarte im Blog von Vincenzo Cosenza (Stand: Dezember 2012), so sind dort inzwischen 127 von 137 Länder facebookblau, was bedeutet, dass dort Facebook das soziale Netzwerk mit den meisten Nutzern ist. Nur in einigen (zugegebenermaßen großen) Ländern halten sich Alternativen: etwa Q-Zone in China und V-Kontakte in Russland. Schaut man auf Zweitplatzierte in den Ländern, trifft man häufiger auf Twitter und Badoo sowie bisweilen auf Lokalmatadore wie Hyves in den Niederlanden.

Keine Frage: Facebook wächst. Das hat der Social Media Riese jüngst auch in Grafiken dargestellt. Facebook hat nach eigenen Angaben pro Monat mittlerweile 1,11 Milliarden aktive Nutzer, was im Vergleich von März 2013 zu März 2012 einem Plus von 23% entspricht. Die Zahl lokaler Geschäfte auf Facebook hat sich von Juni 2012 bis Mai 2013 um 100% auf 16 Millionen gesteigert. Facebook rules? Ja, Facebook rules! Und dennoch…

Die Differenzierung der Social Media Welt

Es zeigt sich trotz der Facebook Dominanz in vielen Teilen der Welt, dass die Auswahl passender Social Media Plattformen weltweit nicht unbedingt einfacher geworden ist. Positiv formuliert heißt das: Marketingtreibende haben eine größere Auswahl an relevanten Netzwerken für ihre Aktionen, weil sich in Nischen Netzwerke mit beeindruckendem Wachstum festsetzen. Die kommen zwar bei den Mitgliederzahlen nicht an Facebook heran, sind aber eventuell – je nach Zielgruppe, die man mit Social Media Marketing anpeilt – die bessere Wahl:

• Ganz besonders deutlich wird das beim Blick auf angepeilte B2B Kontakte, für die Netzwerke wie XING und LinkedIn erste Wahl sein könnten.

• Aber auch, wer Konsumenten im Blick hat, trifft auf mehr Netzwerke mit Relevanz als „nur“ Facebook. Ein Beispiel dafür ist Pinterest. Aufgrund eines Wachstums der monatlichen Nutzerzahlen im Jahr 2012 von über 1.000% hat das Unternehmen für Marketing-Automatisierung Pardot an Pinterest beim Wachstum die Bestnote A+ vergeben.

• Laut Social Media Marketing Industry Report 2013 des „SocialMedia Examiners“ planen 69% der Marketer, die an der Studie teilgenommen haben, sich künftig mehr auf YouTube zu engagieren.

• Jugend sucht sich neue Plätze? Jüngere Studien sehen in Ansätzen eine Fluchtbewegung der Jugend vor ihren Eltern, die sich wie sie auf Social Media Plattformen tummeln. Das Pew Forschungsinstitut machte in einer jüngst veröffentlichten Studie etwa eine Wanderbewegung zu Twitter aus, das aus Sicht der Jugendlichen eventuell derzeit noch weniger von Erwachsenen überlaufen ist als andere Netzwerke, was wahrscheinlich ein Trugschluss ist. Eine andere Studie sieht Netzwerke wie Tumblr als Gewinner solcher Wanderungen.

All das zeigt zumindest zweierlei: Die Social Media Welt ist nicht nur Facebook und die Analyse, welche Netzwerke sich für eigene Ziele im Social Media Marketing am besten eignen, ist nicht einfacher und vor allem wohl notwendiger geworden, wenn Social Media Marketing weltweit wirklich effektiv sein soll.

Und was sonst? Die Themen „Mobile“ und „Interaktion“

Mobile Social Media Nutzung gewinnt an Bedeutung. Kehren wir als Beleg nochmals zu den von Facebook veröffentlichten Zahlen zurück. Laut Facebook nutzen pro Monat durchschnittlich 751 Millionen Menschen Facebook über ein mobiles Endgerät. Das sind 54% mehr als im März 2012. Wer Social Media Marketing betreibt, sollte die wachsende Zahl mobiler Social Media Nutzer nicht ignorieren.

Zu guter Letzt kein Trend, mehr eine Frage: Social Media Marketing wurde in der Vergangenheit fast immer als Instrument gesehen, bei dem Interaktion eine unverzichtbare Rolle spielt. Der „Trendreport 2012“ der deutschen Agenturen pilot und Zucker. Kommunikation zeigte aber zuletzt zumindest für den deutschsprachigen Raum ein etwas anderes Bild: „84 Prozent der Befragten in der Studie antworteten auf die Frage, was sie in erster Linie von Marken erwarten, die sie geliked haben: Informationen.“ Das schreibt etwa das deutsche Marketingportal Marketingfish zur Studie und zitiert die Aussage der Studienautoren, dass Social Media Nutzer „von den Marken nicht in erster Linie dialogische Angebote erwarten“.

Was heißt das? Mit Sicherheit bleibt Interaktion bedeutend, ist eine Fanseite auf Facebook ohne jeden Kommentar belanglos und irgendwie tot. Und sicherlich wirkt es unfreundlich, wenn man als Betreiber einer Fanseite auf Kommentare nicht oder spät reagiert und unprofessionell, wenn man seine Marke nicht durch einen Shitstorm zu führen weiß. Aber dennoch: Möglicherweise setzt sich zukünftig verstärkt die Ansicht durch, dass eine allzu intensive Fokussierung auf Interaktion beim Social Media Marketing letztlich kontraproduktiv sein könnte? Vielleicht. Das wäre dann ein weiterer Trend, der 2013 allerdings noch maximal als Keim existiert.

Dies ist ein gasbeitrag von Christian Arno

Über den Autor: Christian Arno ist der Gründer von Lingo24, einem Übersetzungsdienst, das professionelle Übersetzungen anbietet. Folge Christian auf Twitter unter @l24de.

 

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